Stephen King - Puls
So, dann will ich das also auch einmal versuchen, schlechter, als auf einer namhaften deutschen Seite zum Rollenspiel D&D kanns ja unmöglich werden. (Unprovozierter Verbalangriff: WIN!).
Ich habe keine Ahnung, wie die kritische Rezeption von Kings “Puls” allgemein war, da ich mich nicht wirklich dafür interessiere und ich bin mir recht sicher, dass die Feuilletons Deutschlands das Buch überhaupt nicht rezipiert haben - was ihnen nicht zu verdenken ist, schließlich gibts bei der Jelinek mehr Sex als in “Puls” und sowieso.
Ich warne nicht vor sog. Spoilern, die Handlung ist eh in dreieinhalb mittellangen Sätzen erzählt: Puls über Handys verwandelt Menschen in Schwarmgehirn nutzende Zombies, die - nachdem sie die halbe Ostküste in Schutt und Asche gelegt haben - intelligent handeln, bevor sie von einer Degeneration ihrer Programmierung (und einem Schulbus voll TNT) ausgeschaltet werden. Inmitten des Chaoses versucht ein flachbleibender, gerade nicht mehr gescheiterter Künstler (Clay) seinen Sohn zu finden und muss sich dabei mit Phonern, verrückten Normalos und der Panikratte auseinandersetzen. Oh, nur zwei Sätze, na gut einen noch: Auf seinem Weg trifft er diverse Weggefährten, etwa den vermutlich homosexuellen Tom, die jugendliche Alice, den Wunderschüler Jordan und eine weitere Gruppe sogenannter Schwarmkiller (ja, sie heißen so, weil sie einen Unterschwarm gekillt haben).
Was zeichnet das Buch also aus? Nicht viel, eine langweilige Handlung, langweilige Charaktere, mehr explizite Gewalt als in der Guinea Pig Reihe und ein mehr als unbefriedigendes Ende. Wird das ein Verriss? Nein.
Gerade die Tatsache, dass King jedes zu erwartende Klischee erfüllt, keinerlei Spannungsbogen aufbaut und auch sonst nichts tut, um aus dem Buch einen guten Thriller zu machen ist ganz hervorragend und reichlich erheiternd. Das Buch bietet (in der deutschen Taschenbuchausgabe für knapp zehn Euro erschienen im Heyne-Verlag) angenehme Unterhaltung für die Badewanne, die Toilette oder das Bett und ist - wenn man nichts Anderes als Trivialliteratur erwartet - ideal. Demnach also eine klare Empfehlung, die eh niemanden interessiert.
Tante Edith: In diesem Beitrag fehlte noch ein Hitler