Über Regelmäßigkeit.

18März

Ich wurde dazu ermahnt, wieder zu bloggen. Eigentlich weiß ich nicht, worüber ich schreiben soll, aber das macht rein gar nichts. Ich könnte mich darüber aufregen, dass das gesamte Internet voll von Schwachsinn ist und sich niemand um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kümmert oder so. 

Aber stimmt ja so auch nicht. Es gibt ja Persönlichkeits-, Intelligenz-, und Potenztests im Internet. Außerdem schreibt man mir ständig, dass ich sterben werde. Zugegeben, dass ist bei meinem Lebenswandel aus Alkohol, Nikotin, Koffein und Hitler durchaus wahrscheinlich, aber ich bin mir sicher, dass ich -ehe ich an Lungenkrebs krepiere oder am eigenen Erbrochenen ersticke- beim Überqueren der Straße von einem wildgewordenen Radfahrer mit Dreadlocks überfahren werde. Und dann wird mich das verdammte Huhn auslachen (und mir in die Augen picken um sich an der geleeartigen Masse darin zu ergötzen). Ich schweife ab. 

Worauf ich hinaus will: Tests sind toll, ich schalte den PC seit Jahren nicht aus, um meine Todesuhr nicht aus dem Blick zu verlieren, ja selbst während meines Umzuges musste umständlich ein Notstromaggregat mitgeschleift werden, damit der PC nicht abgeschaltet werden muss. Dies erklärt auch die Blogfrequenz hier, ich warte durchschnittlich zwei Stunden auf einen einzelnen Buchstaben - bei Sonderzeichen auch gerne mal länger. 

Aus einem Internettest, der irgendetwas mit den Buchstaben meines Namens, der Farbe meiner Kleidung, dem wahren Namen Gottes und der Quersumme aller Nachkommastellen von Wurzel 2 angestellt hat, um herauszufinden, dass ich folgendes bin:  ”a pretty geek who likes dirty things” - woher wissen die das? 

Damit wäre ich auch bei meinem nächsten Thema für heute: Die inflationäre Verwendung von “trendigen” Internetbegriffen. 

Spam und der nachfolgend zitierten Mail gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht: Ich mag Engrish:

Some months and women are admired by you

Pull off hat Taiyeowsit 

Stop all your worries every time you are to spend time with your girlfriend/wife. They will love your new size – and what is the best – it’s for good, no temporary effects.
Price based on quality that proved by many clinical tests and experiments – that we offer to you Max Gentelemen – so you buddy will be increased and you will feel that you personal life is changed for good.

****************************************************
I not only gained my sex drive back, but I feel 10 times more sexually potent than before.
Thank You!
                  LONNIE MOORE

Naja allemal besser als “englische” Durchsagen bei der Deutschen Bahn. 
Und jetzt muss ich wieder in Korrespondenz mit Dieter Bohlen treten, der will, dass ich so reich werde wie er und mit Manuela, die mir mitteilt, dass meine Seele verflucht ist. Vielleicht schreibt Hitler ja auch noch. 

Dialekt und Feministische Linguistik

27Januar

Ich habe soeben eine Folge “We are Family” gesehen. Wo ich sie gesehen habe spielt keine Rolle, ebensowenig die Tatsache, dass ich keinen Fernseher besitze. Vorab sollte ich vielleicht noch vermelden, dass ich Dialekte an und für sich mag, selbst Dialektsprecher bin etc.pp. Genug der Rumgedisclaimerei.

Jedenfalls ging es um eine Familie aus dem Saarland mit einer angeblich ADHS-kranken Tochter. Nun war es im Verlauf der Sendung so, dass dieses Mädchen von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater stets als “es” bezeichnet wurde, wenn über es gesprochen wurde. Das klingt verwirrend, ich meine Sätze wie z.B.: “Ja also es NAME hat ja[...]“. Man mag dies dem Dialekt zuschreiben und in diesem Sinne wäre es falsch, einen ganzen Dialekt als - nunja - sexistisch abzuurteilen, was zumindest aus meiner Sicht und anhand des Textbeispiels in besagter Sendung  ein nicht unberechtigter Vorwurf wäre. Aber darauf will ich nicht hinaus.

Eigentlich wollte ich noch über Feministische Linguistik bzw. Feministische Sprachkritik schreiben, bin aber zum Schluss gekommen, dass das nicht nötig ist, weil diese Forschungsrichtung genaugenommen nur in akademischen Kreisen überhaupt zur Kenntnis genommen wird und auf die Art und Weise wie der Durchschnittsbürger spricht keinen Einfluss haben wird, erst recht nicht im Dialekt, der sich einen feuchten Dreck um P.C. kümmert. Und das ist irgendwo ein sehr sehr beruhigender Gedanke.

Berlin (inter deum et diabol- ach geh)

25Januar

Weil ich hipp und subversiv und medienkritisch bin, blogge (ja Mama, das ist Webspeak, das sagt man so) ich zum Einstieg aus Berlin über Berlin. Wie gefühlt alle anderen Blogger auch. Ich hatte nicht vor, eine Lobeshymne auf diese Stadt zu schreiben, ursprünglich wollte ich sie - zuminest verbal - in Grund und Boden stampfen. Dann habe ich festgestellt, dass die Blogger, die Berlin nicht geil und hipp und subversiv finden genau das tun. Also verkünde ich nun folgende Botschaft (zukünftige Evangelisten aufgemerkt!): Berlin ist mir scheißegal. Genau so scheißegal wie Bebra oder Einöd in Oberbayern (nein künftige Biographen, das ist nicht mein Geburtsort). Es ist eine gottverdammte Großstadt in der ebensoviele Hitler-Doppelgänger gibt, wie Bob Marley Immitatoren, eine Stadt in der sich subersive junge Studenten versammeln um subversiv und jung zu sein und für oder gegen irgendetwas zu demonstrieren. Mir geht das am Arsch vorbei, ich wohne hier und fertig. Warum ich das festhalten muss? Kann Dir doch wurscht sein.

Habe ich schon Blowjobs erwähnt?