Dialekt und Feministische Linguistik

27Januar

Ich habe soeben eine Folge “We are Family” gesehen. Wo ich sie gesehen habe spielt keine Rolle, ebensowenig die Tatsache, dass ich keinen Fernseher besitze. Vorab sollte ich vielleicht noch vermelden, dass ich Dialekte an und für sich mag, selbst Dialektsprecher bin etc.pp. Genug der Rumgedisclaimerei.

Jedenfalls ging es um eine Familie aus dem Saarland mit einer angeblich ADHS-kranken Tochter. Nun war es im Verlauf der Sendung so, dass dieses Mädchen von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater stets als “es” bezeichnet wurde, wenn über es gesprochen wurde. Das klingt verwirrend, ich meine Sätze wie z.B.: “Ja also es NAME hat ja[...]“. Man mag dies dem Dialekt zuschreiben und in diesem Sinne wäre es falsch, einen ganzen Dialekt als - nunja - sexistisch abzuurteilen, was zumindest aus meiner Sicht und anhand des Textbeispiels in besagter Sendung  ein nicht unberechtigter Vorwurf wäre. Aber darauf will ich nicht hinaus.

Eigentlich wollte ich noch über Feministische Linguistik bzw. Feministische Sprachkritik schreiben, bin aber zum Schluss gekommen, dass das nicht nötig ist, weil diese Forschungsrichtung genaugenommen nur in akademischen Kreisen überhaupt zur Kenntnis genommen wird und auf die Art und Weise wie der Durchschnittsbürger spricht keinen Einfluss haben wird, erst recht nicht im Dialekt, der sich einen feuchten Dreck um P.C. kümmert. Und das ist irgendwo ein sehr sehr beruhigender Gedanke.

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