Ravna ver Barg...
...in Kürze
*April 1986 in Oldenburg
-1996-2000 Klavierunterricht an der Yamaha-Musikschule sowie am Konservatorium Cottbus
-1999-2001 Jugendtheatergruppe der TheaterNative C Cottbus
-2002-2004 Ausbildung im klassischen Gesang am Konservatorium Cottbus
-2003-2005 Mitglied des "Theaters an der Wendeschleife"
-Juni 2005 Abitur am Heinrich-Heine-Gymnasium Cottbus
-seit Oktober 2005 Studentin der germ. Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Postdam
-derzeit wohnhaft in Berlin
...aus fremden Augen
Bergmann - Klicks und Cliquen auf keinverlag.de: TAGSCHLÄFERIN - II. Lyrik (3) (01. Januar 2008)
...in Printmedien (Auswahl)
"banger regen", in: schreib Zeitschrift für junge Literatur, 12. Heft, hg. von Kerstin Raatz, Potsdam, 2007
"Liebesbrief", "Öko-Erotik", "entschluß", "Morsezeichen", in: herz.rhythmus.störung. Über Liebe und andere Geschlechtskrankheiten, hg. von keinverlag e.V., Dreieich bei Frankfurt/M., 2007
"Morsezeichen", "Öko-Erotik", in: schreib Zeitschrift für junge Literatur, 9. Heft, hg. von Kerstin Raatz, Potsdam, 2006
"Vom kleinen Buchladen", in: Auf der Suche Texte und Bilder von jungen Menschen, hg. von Jugendkulturzentrum Glad-House, Kulturwerkstatt P12, Cottbus, 2005
"Die fremde Malerin", in: Kurzgeschichten, Ausgabe 1/2005, hg. von Helga Lindow, Karlsruhe, 2005
"Zeitloses Märchen", in: Sechzehn Seiten, 2. Ausgabe, hg. von keinverlag.de, Artern, 2004
in Länge
Am 10. April 1986 erblickte ich in Oldenburg (Niedersachsen) das atomare Glänzen der Welt und verbrachte die Jahre bis zu meiner Einschulung 1992 in den Händen meiner alleinerziehenden Mutter oder in der Nähe meines leiblichen Vaters. Die Grundschule Babenend in Oldenburg sollte kürzer meine Ausbildungsstätte sein als geplant, denn meine Mutter heiratete 1994 meinen Stiefvater, von welchem sie im Oktober des selben Jahres eine weitere Tocher bekommen sollte. Aus beruflichen Gründen war 1995 der Umzug nach Cottbus nicht mehr zu umgehen. Wiederum im Oktober des selben Jahres brachte der Storch noch einen Jungen in unsere Familie.
Gerade in der 13. Grundschule Cottbus eingelebt musste also mehr Platz für diese fünf Menschen her und - weil Dörfer so schön sind, weil Achim Menzel so wundervoll singt und weil es keine besseren Brötchen als die von Bäcker Hanuschka gibt - zogen wir in ein schnuckeliges EinfamilienBlaukopieFertighaus in Gallinchen. Endlich meine letzte Grundschule (im Nachbardorf Groß-Gaglow), die ich mehr oder weniger erfolgreich absolvierte. Die Standard-Aussage schlechthin in meinen Zeugnissen lautete in etwa: "Wenn sie sich für etwas interessiert ist sie mit Eifer und Konzentration dabei, es wäre wünschenswert, dass sie dieses Engagement auch für Themen aufbringen würde, welche ihren Interessen nicht entsprechen".
Die dörfliche Idylle (mit Pferden, nationalistisch gesinnten Jugendlichen und den unvermeidlichen Trinkern auf Grund von Ehekrisen) ließ mir genügend kreativen Freiraum um mich dem Drücken einger Tasten auf dem Klavier, der Lektüre von Büchern aus dem Regal meines Stiefvaters und letzten Endes eigenen Schreibversuchen zu widmen.
Dann winkte der große Neuanfang in Form des ersten Jahres an dem Heinrich-Heine-Gymnasium Cottbus. Die Situation war wie an wohl allen deutschen Schulen: zu viele Schüler, zu wenig Lehrer, zu kleine Räume und eigentlich hatte sowieso keiner Lust auf den anderen. In Anbetracht dieser Tatsache beschloss ich, dass es sinnvoller sei sich andere Beschäftigungen zu suchen als zu lernen und trat der Jugendtheatergruppe eines ortsansässigen Theaters bei, welche ich auf Grund einiger -Differenzen- mit den Spielleiterinnen allerdings recht schnell wieder verließ. Den Klavierunterricht ließ ich aus ähnlichen Gründen fallen und hatte demnach nichts besseres zu tun als schlechte Gedichte über die Ungerechtigkeit der Welt, spiegelnde Spiegel und die großen Leiden der Unverstandenen zu schreiben - kurz: ich war mitten in der Pubertät angelangt.
Aber weil das Geseiere um Schmerz, Herz und die finstere Nacht irgendwann selbst den einstigen Verfassern auf den Geist geht, musste eine neue Beschäftigung her. Es ging ans Konservatorium Cottbus: klassischer Gesangsunterricht war die extravagante Nachmittagsbeschäftigung fortan. Nebenbei stolperte ich dann in eine Aufführung unserer Schultheatergruppe und setzte mir in den Kopf bei der nächsten Produktion dabei zu sein - es wurde die übernächste, aber ich hatte es geschafft Spielerin im "Theater an der Wendeschleife" zu werden. Für zwei Produktionen war ich Teil dieser Gemeinschaft (und es sei an dieser Stelle ein lieber Gruß an alle TadWler ausgesprochen), dann standen auf einmal die Abiturprüfungen vor der Tür und drängten mich, zumindest ein wenig in die Bücher zu blicken, die nie einen Platz in meinem Bücherregal gefunden hatten, Theater Theater und Gesang Gesang sein zu lassen.
Als ich endlich das Zeugnis der Hochschulreife in der Hand hielt, zog ich 1. nach Berlin und schrieb 2. Bewerbungen an die Freie Uni, die Humboldt-Uni und die Universität Potsdam, welche die von mir bevorzugte war. Irgendwann kam dann auch die Annahme und ich immatrikulierte mich für Literaturwissenschaft (Germanistik) / Philosophie im Magisterstudiengang. Die Bücher für die Uni haben ein eigenes Regal. Es steht nicht in der Abstellkammer und sammelt kaum Staub.